Arbeitnehmerkammer bremst Bremerhaven aus – ideologische Verbote helfen niemandem

Die FDP-Fraktion Bremerhaven setzt sich kritisch mit der Stellungnahme der Arbeitnehmerkammer zur geplanten Entfristung der Sonntagsöffnungen in den Havenwelten auseinander.

Die Arbeitnehmerkammer lehnt sowohl die Sonntagsöffnungen im Bereich des Alten Hafens – einschließlich des Mein Outlet & Shopping Center – als auch eine Ausweitung der Sonderregelung auf das Gebiet um den Neuen Hafen grundsätzlich ab. Begründet wird dies mit dem Schutz des arbeitsfreien Sonntags und der Auffassung, dass reines Umsatz- oder Shoppinginteresse keine hinreichenden Gründe für Sonntagsöffnungen seien.

Für die FDP ist dabei klar: Für viele Menschen hat der arbeitsfreie Sonntag weiterhin einen hohen Stellenwert. Ihn jedoch zum absoluten Maßstab zu erklären und jede Weiterentwicklung grundsätzlich abzulehnen, gehe an der Lebensrealität vieler Menschen vorbei.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Bernd Freemann kritisiert, dass die Argumentation der Arbeitnehmerkammer zu stark an überholten Mustern festhalte und den veränderten Rahmenbedingungen des Einzelhandels nicht gerecht werde. Bremerhaven stehe unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. In dieser Lage brauche die Stadt keine realitätsfernen Belehrungen, sondern Lösungen.

Begrenzte, klar geregelte Sonntagsöffnungen in einem eindeutig touristisch geprägten Bereich seien kein ideologisches Projekt, sondern ein notwendiges Instrument, um den Handels- und Tourismusstandort Bremerhaven wettbewerbsfähig zu halten – gerade angesichts der touristischen Struktur der Stadt.

Die Darstellung, es gehe dabei allein um Umsatz- oder Shoppinginteressen, greife aus Sicht der FDP zu kurz. Die Havenwelten seien ein touristischer Kernbereich mit überregionaler Bedeutung. Sonntagsöffnungen seien dort Teil eines Gesamtkonzepts aus Tourismus, Gastronomie und Aufenthaltsqualität.

Zugleich sei Sonntagsarbeit in vielen Bereichen längst Realität, etwa in Pflege, Sicherheit, Gastronomie und Tourismus. Entscheidend sei, dass Arbeitsbedingungen fair ausgestaltet würden und Verantwortung nicht pauschal infrage gestellt werde – auch nicht im Einzelhandel.

Abschließend betont Freemann:
„Bremerhaven braucht Entscheidungen für die Zukunft, die wirtschaftliche Entwicklung, Arbeitnehmerinteressen und die Besonderheiten des Standorts zusammen denken – nicht pauschale Ablehnung.“